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Pferdekommunikation

Pferdekommunikation wirkt Reitweisen übergreifend
Ob Sie sich darüber bewusst sind, oder nicht: sie kommunizieren unentwegt mit Ihrem Pferd, sobald Sie in seiner Nähe sind. Pferdekommunikation ist nicht eine bestimmte Reitweise, eine bestimmte Trainingsmethode oder ähnliches. Vielmehr ist eine gelungene Kommunikation die Grundlage für effektives Training und wirkt Reitweisen übergreifend. Es ist stets unsere Aufgabe, uns dem Pferd gegenüber stets klar auszudrücken, wenn wir uns dem Pferd mitteilen wollen. Und es ist unsere Aufgabe, eine Problemsituation zu analysieren und Lösungen zu finden, denn schließlich sind wir mit dem höher entwickelten Gehirn ausgerüstet.
Auch Schläge, Gertenhiebe und derbe Sporentritte sind streng genommen Kommunikationsformen. Doch keiner, der von sich behauptet, ein guter Pferdemensch zu sein, wird sich freiwillig für diese grobe Form entscheiden, sondern vielmehr eine pferdegerechte Kommunikation anstreben, oder nicht?


Auch freilaufend in der Natur ist mein Pferd bei mir, wenn ich ihm Interessantes zu bieten habe! Um das Pferd zum Spielen zu animieren, verwende ich für ihn verständliche Signale, die wir im Training gefestigt haben. natürlich darf die Schmuseeinheit als positive Verstärkung nicht fehlen!

Unsere Verantwortung
Pferde leben ihrer geselligen Natur entsprechend am liebsten in sozialen Gruppen. Um ein funktionierendes und harmonisches Zusammenleben zu gewährleisten, müssen die einzelnen Herdenmitglieder in der Lage sein, richtige Signale auszusenden und die Signale anderer richtig zu interpretieren. Das gleiche gilt für uns Menschen im Umgang mit den Pferden. Allerdings können wir nicht erwarten, dass Pferde unsere Sprache lernen, nicht zuletzt wollen wir ja etwas von dem Pferd. Also sind wir in der Verantwortung, ihre Sprache zu verstehen, wenn wir eine gute Beziehung mit ihnen haben wollen. Das setzt voraus, dass wir ihre artgebundenen Signale verstehen und uns mit ihrer sozialen Organisation befassen. Schauen wir uns den Begriff Kommunikation etwas genauer an: Kommunikation bedeutet aus ethologischer Sicht die übermittlung eines Signals von einem Individuum zum anderen, wobei das Signal eine Reaktion im Verhalten des Empfängers hervorruft. Voraussetzung für eine sinnvolle Kommunikation ist, dass Sender und Empfänger an diesen Prozess angepasst sind, sprich: in der Lage sind, adäquate Reize auszusenden und wahrzunehmen.

Die Fähigkeiten der Sinne und die daraus resultierende Wahrnehmung der Umwelt prägen die Kommunikationsformen der Tiere (und auch des Menschen)
Sender, Signal und Empfänger
Zum Prozess der Kommunikation gehört:
1.) das vom Sender ausgesandte Signal
2.) ein übermittlungsmedium für den Austausch der Information
3.) die Botschaft, die beim Empfänger ankommt

Sinnesleistungen und die Wahl des richtigen Signals
Es ist nur logisch, daß es im Sinne des Senders liegt, daß der Empfänger auch in der Lage ist, die Information zu verstehen. Ist der Mensch der Sender, müssen wir also ein Medium wählen, das für den Empfänger (das Pferd) Sinn macht. Im wahrsten Sinne des Wortes! Denn es sind die Sinne die es überhaupt möglich machen, Informationen aus der Umwelt wahrzunehmen, um letztlich ein entsprechendes Verhalten daraufhin zu zeigen. Aufgrund seiner Anatomie und Physiologie nimmt ein Pferd Reize aus der Umwelt (z.B. visuelle, auditorische oder geruchsspezifische Reize) anders war als wir. Im Umgang mit dem Pferd heißt das, daß wir in der Verantwortung stehen, die anatomischen und physiologischen Voraussetzungen der Sinnesleistungen des Pferdes zu verstehen. Nur so können wir das richtige Medium wählen, um uns dem Pferd zu vermitteln, bzw. verstehen, warum ein Pferd uns gerade nicht versteht! Betrachten wir die biologischen Voraussetzungen des Pferdes und auch unsere Möglichkeiten, kommen wir zu dem Schluss, dass das Medium, das uns zur Verfügung steht, um uns dem Pferd verständlich mitzuteilen, vornehmlich die Körpersprache ist.

Signale richtig interpretieren
Wie steht es nun andersherum, wenn wir Informationen des Pferdes verstehen wollen? Wir sollten fair genug sein, nicht von dem Pferd zu erwarten, sich Gedanken um unsere Sinnesleistungen zu machen. Also stehen wir auch hier wieder in der Verantwortung. Nun geht es darum, die Informationen, die das Pferd aussendet, richtig zu beurteilen. Und auch hier ist es unabdingbar, seine natürlichen Verhaltensweisen, seine Motivationen, die es durch seine Biologie her mitbringt und seine Möglichkeiten, sein Anliegen zur Sprache zu bringen, kennen und verstehen zu lernen.

Resümee:
Zu einem harmonischen Miteinander zwischen Pferd und Mensch gehört eine gelungene Kommunikation. Wir als Menschen stehen in der Verantwortung uns mit den biologischen Grundvoraussetzungen des Pferdes vertraut zu machen, um entsprechend der Möglichkeiten des Pferdes eine sinnvolle Kommunikation herzustellen. Hierzu gehört also der Einsatz unseres Verstands. Aber auch eine gehörige Portion Herz ist für einen harmonischen Umgang mit dem Pferd unentbehrlich!


Erlebnis Pferd - Mensch
Pferdekommunikation mit Herz und Verstand
in Oldenburg und umzu!
'Wenn der Mensch je eine große Eroberung gemacht hat, so ist es die, daß er sich das Pferd zum Freunde gewonnen hat' - Comte de Buffon
➤ Kalle der Eichelhäher